Wir befinden uns gerade in einer Zeit, in der irgendwie alles anders ist. Wir sind plötzlich auf uns gestellt, es ist keiner mehr da, mit dem wir uns treffen können, oder sogar ablenken lassen. Auf ein mal dürfen wir darauf hören, was uns wirklich wichtig ist, und darunter fällt bei einigen Menschen, vielleicht auch bei dir, dass Familie, Zusammenhalt und unsere Umwelt eine viel größere Rolle spielt, als wir bisher dachten. 

Warum sollten wir diese Zeit jetzt nicht einfach nutzen, um etwas zu verändern? Wir können alle in kleinen Schritten voran gehen, und so auch bei dem Thema Umwelt und Nachhaltigkeit. Ich habe mich in den letzten Tagen, bei der Recherche einer neuen Podcastfolge gefragt, wie die Modebranche nach der Krise aussehen wird? Aktuell sind große Modeunternehmen in der Presse, weil sie ihre Miete nicht mehr beglichen haben, da ja kein Umsatz mehr reinkommt, eine weitere Schlagzeile war, dass viele Aufträge in Textilproduktionsstätten weggefallen sind, wegen ausfallendem Konsum.
Und so wurde die Frage in mir immer lauter, ob es so noch weitergehen kann, wie unser Konsum vor der Krise war. Müssen wir wirklich jeden Trend mitmachen, und wenn ja wofür? Müssen wir nach außen etwas sein, was wir gar nicht sind, und wenn ja wofür? Können wir wirklich immer noch Fast Fashion kaufen, mit dem Wissen, dass dafür Arbeiter/innen ausgebeutet werden, weit unter einem Mindestlohn verdienen, sich kaum davon ernähren können, geschweige denn davon eine Familie ernhähren? Wofür müssen diese Menschen leiden, damit wir immer die neuesten Trends tragen können, die wir dann nach einer Saison wieder in den Müll schmeißen, weil es qualitätsmäßig nicht länger hält, und es so günstig war, dass es uns egal ist?

Wie viel Müll entsteht durch so ein Verhalten? Wie viel muss unsere Umwelt noch in Kauf nehmen, bis wir ein mal aufwachen und merken, was wir unseren Mitmenschen, Mutter-Erde und uns sebst antun? Denn wir wissen auch alle, dass ein 3€ Tshirt weder gut für die Näherinnen sein kann, noch für unsere Haut. Welche Qualität kann zu diesem Preis schon verarbeitet werden? 

Möchtest du wirklich jeden Tag mit dem Gefühl, dass du nicht weißt, was es auf deiner Haut auslöst, umgehen und einfach so akzeptieren? Und zu welchem Preis, damit du zeigen kannst, wie Fashion-affin du bist? Also was wäre eine Konsequenz aus dem Bewusstsein heraus, dass es so für uns alle nicht mehr funktionieren kann? Wie wäre es mit einem nachhaltigen, bewussten Modekonsum? Warum überlegst du dir nicht ein mal vor dem nächsten Kauf, wen du mit deinem Kauf unterstützen möchtest, ob es der neueste Trend sein muss, den man in einem Monat nicht mehr tragen kann, und ob du es wirklich brauchst.
Denn wenn wir alle ehrlich zu uns selbst sind, haben die meisten von uns einen vollen Kleiderschrank.Den nächsten Schritt den du tun kannst, ist ein mal in deinen Kleiderschrank zu schauen, was du noch hast, was du noch tragen kannst und was mit den Kleidungsstücken ist, die du noch nie getragen hast. Jetzt ist ihre Zeit gekommen.

Wenn du dann feststellst, dass du noch neue Kleidung brauchst, dann schaue ein mal welche lokalen Händler es in deiner Stadt gibt und ob sie auch nachhaltige Mode anbieten. Wenn du all diese Schritte gegangen bist, hast du schon einen riesen Unterschied in dieser Welt und für unsere Umwelt und Mitmenschen getan. Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim entdecken.  

Rethink Style
Deine Nina